Review: Fort Fear Horrorland

 
22.10.2017


 


Halloween im Fort Fear Horrorland ist seit vielen Jahren eine ganz besondere Veranstaltung. Anders als die vielen anderen Events in manchen Parks wurde hier immer eine Geschichte erzählt. Jahr für Jahr erlebte man die Story der Jackie Moon im sauerländischen Bestwig-Wasserfall. Für viele Stammbesucher war Jackie zu einem Kult geworden, doch 2017 ist das Jahr des totalen Umbruchs. Miss Moon ist endgültig Vergangenheit und die "Misty Ville Horror Storys" sind die Zukunft im Fort Fun Abenteuerland. Wir waren da und haben einen genauen Blick auf Darsteller und Labyrinthe geworfen... Hier das Ergebnis:


DIE STORY

Es ist ein dunkeler und mystistischer Ort dieses Misty Ville. Hierhin verirrt sich normalerweise keiner, außer man sucht danach oder wird irgendwie magisch angzogen. Das Örtchen Misty Ville liegt im Süden Amerikas und die Bewohner sind sonderbar und gleichzeitig geheimnisvoll. Hier findet man den Abschaum der Gesellschaft... skupellose Gauner, einen häßlichen Barbier, pöbelnde Totengräber und vieles mehr. Ein Platz auf der Erde, wo man sich besser nicht lange aufhält. Wer sich hier hin begibt, der kann sich nicht sicher sein ob er jemals wieder zurück kommen wird.

UNSER EINDRUCK
Das Thema ist vielversprechend und es passt perfekt in die vorhandene Kulisse der Fort Fun Westernstadt. Besser kann man eigentlich nicht integrieren. Dazu die in diesem Jahr deutlich aufgewertete Illumination und deutlich schönere Fassaden der altgedienten Bauwerke. Der Saloon erstrahlt in neuem Glanz und bietet in diesem Jahr das Zentrum der Veranstaltung.



Alles in allem war der erste Eindruck sehr ansprechend und konnte auch durchaus in Sachen Atmosphäre überzeugen. Nun fehlten nur noch die Darsteller und diese ließen nicht lange auf sich warten. Das Abenteuer "Misty Ville Horror Stories" kann dann jetzt beginnen!

 




THE MINE (empfohlen ab 12 Jahren)
Eintritt: Frei
Durchlaufzeit: Ca. 10 Minuten

Story:
Die Minen von Misty Ville sind uralte Höhlen in denen das Indianervolk der Semiolen einen Rückzugsort gefunden haben. Doch die gierigen Bewohner von Misty Ville haben keinen Respekt vor den Riten der Indianer und sind nur fixiert auf das Gold und die Schätze in der Mine. Sie fanden allerdings noch ganz andere Dinge, die weit entfernt von großen Kostbarkeiten sind...

Das Labyrinth:
Mal wieder zeigt sich die Kreativtät der Halloween-Organisatoren, denn wie auch schon in den letzten Jahren wurde der Anstehbereich der Achterbahn "Devils Mine" als Labyrinth umfunktioniert. Die Location bietet enormes Potential und besticht durch die schon lange Zeit als Attraktion bestehenden Wege. Schon beim Einlass werden wir von einem Mitarbeiter empfangen und er schickt uns in kleinen Gruppen in die Mine. Es beginnt sehr dunkel und schon begegnen uns die ersten Gestalten. Leider kaum zu erkennen und es fehlen die Scare-Momente. Im weiteren Verlauf wird es besser und man kann einige Male zusammenzucken. Spielerisch motiviert und in Hinblick auf die Altersfreigabe durchaus angemessen. Ein gutes Maze in einer fantastischen Umgebung.

 

Gesamteindruck:




Ohwohl es das einzige kostenlose Maze im diesjährigen Fort Fear Horrorland ist, so kann es durchaus mit den anderen mithalten. Insbesondere die Umgebung in den Tiefen der Devils Mine bietet viel Spielraum für spannende Momente. Es ist kein großer Horror, aber dennoch ausreichend Scare für Angsthasen.






THE WAREHOUSE (empfohlen ab 16 Jahren)
Eintritt: 4 Euro

Durchlaufzeit: Ca. 10 Minuten

Story:
Das Warehouse, also das Lagerhaus von Misty Ville wird von den eigenartigen Bewohnern nicht nur für Mais, Mehl und Salz genutzt. Hier wird ganz besondere Ware gelagert und von unfreundlichen Lagermitarbeitern bewacht. Die meisten von Ihnen sehen nur selten das Tageslicht und Besucher haben sie gar nicht gern.

Das Labyrinth:
Die frühere Geisterbahn und gleichzeitig die ehemalige Secret Stage of Horror bietet in diesem Jahr die Herberge des neuen Labyrinths "The Warehouse". Die Wagen der Ex-Attraktion sind entfernt worden und nur noch ein paar kleine Spuren auf dem Boden erinnern an die Fahrtroute vergangener Tage. Der Eingang wurde komplett umgestaltet und dem neuen Thema angepasst. Ein schlecht gelaunter Lagermitarbeiter empfängt die Gäste und schickt sie mit Widerwillen in das Lagerhaus. Nun geht es vorbei an zahlreichen Tonnen, Kisten und Gegenständen und überall lauern die schlecht gelaunten Arbeiter. Licht gibt es nur spärlich, aber dafür eine schöne kleine Überraschung am Ende. Vermutlich wird nicht jeder aus dem Lagerhaus entkommen können.

 

Gesamteindruck:




Es ist noch nicht ganz einstimmig, ob die Bahn nun fehlt oder ob es als Lauf-Maze besser funktioniert. Grundsätzlich ist die Idee eines Lagerhauses sehr gut, doch leider sticht es nicht sonderlich hervor. Aus unserer Sicht fehlen hier noch 2-3 Darsteller und Schreckmomente. Vielleicht braucht es noch ein paar Spieltage um sich einzuspielen. Für 4 Euro allerdings absolut in Ordnung und das Preis-Leistungsverhältnis ist OK.





THE FOREST (empfohlen ab 16 Jahren)
Eintritt: 4 Euro
Durchlaufzeit: bis zu 25 Minuten


Story:
Im sumpfigen Wald in der Nähe von Misty Ville sammeln sich die Sklaven des Voodoo-Clans und sammeln Kräuter und Getier für die Zermonie des Meisters. Die willenlosen Kreaturen bewegen sich durchs Unterholz und scheinen mehr tod als lebendig zu sein. Wer es dann doch aus dem Wald schafft, der landet direkt im Haus der Familie Hicks. Hier wird der legendäre Whiskey gebrannt und RedNecks streunern umher.

Das Labyrinth:
Der Wald ist seit vielen Jahren das Aushängeschild des Fort Fear und immer wieder ein Erlebnis. Schon allein die Tatsache, dass man hier in natürlicher Umgebung Angst bekommt, ist ein beeindruckendes Erlebnis. Dazu warten die Gestalten an verschiedenen Stellen um dem Ganzen noch einen drauf zu setzen. Am Ende landet man im Haus und muss hier ein weiteres Labyrinth durchqueren. Somit ist "The Forest" in diesem Jahr sowohl Outdoor, als auch Indoor-Maze.

Gesamteindruck:



Man kann leider in diesem Jahr nicht an die Vorjahre anknüpfen. Aus unserer Sicht hat der Wald Jahr für Jahr an Attraktivität verloren. Die Make-Ups waren leider nicht der Qualität einer solchen Veranstaltung angemessen und die darstellerische Leistung ließ überwiegend zu Wünschen übrig. Einige haben sich Mühe gegeben, aber es reicht unter dem Strich leider nicht für ein Horrorerlebnis der besonderen Art. Lediglich das Haus am Ende reißt es ein wenig raus und bietet einen schlussendlich versöhnlichen Abschied eines einst legendären Labyrinths.




THE HOTEL (empfohlen ab 16 Jahren)
Eintritt: 10 Euro
Durchlaufzeit: Ca. 15 Minuten


Story:
Das sagenumwogene Grand Hotel von Misty Ville ist eine ganz besondere Herberge. Die scheinbar verrückt gewordenen Angestellten sind in den Bann des Hotels gezogen worden und bewegen sich nicht mehr von hier fort. Alle die das Hotel freiwillig betreten, werden es vermutlich unfreiwillig nie mehr verlassen.

Das Labyrinth:
Der Hotelpage öffnet die Eingangstür des Grand Hotels und schon steht man an der Rezeption. Der mystische Mitarbeiter teilt uns mit, dass die Zimmer noch nicht fertig sind und wir doch besser in der Bar warten. Hier stehen schon die nächsten Hotelangestellten und das Abenteuer kann beginnen. Mit einem kleinen EscapeRoom-Element und vielen spannenden Räumen ist "The Hotel" in diesem Jahr die Hauptattrakton.

Gesamteindruck:



Es ist ein Horror-Theaterspiel der Spitzenklasse. Die Darsteller geben alles und das bringt dem Gast ein besonderes Erlebnis. Es ist auch hier nicht der große Horror, doch ist es eines der besten Labyrinthe in Deutschland. Der Grund ist die Leistung der Scare-Actor, die Ausstattung und die zahlreichen Ideen, die man in diesem Maze umgesetzt hat. Für uns nicht nur das Highlight unter den Labyrinthen, sondern ein eindeutiges Must-Do! Leider ist die Kapazität sehr begrenzt und es ist schnell ausverkauft. Hier sollte man eventuell Möglichkeiten schaffen, um die Besucherzahlen zu erhöhen und mehreren Gästen den Besuch des Hotels ermöglichen.

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SCARE-ZONE

Ganz Misty Ville ist eine Scare-Zone, denn hier leben die eigenartigen Bewohner der Stadt. Der schon erwähnte häßliche Barbier, der Totengräber, ein paar angeschossene Revolverheldinnen sowie ein Koch mit Schweinenase sorgen für Straßenentertainment. Sie reagieren auf die Gäste und interagieren mit Ihnen.

Unser Eindruck:

Es waren bei unserem Besuch eindeutig zu wenig Darsteller. Alles was auf der Straße umher schlich war stets bemühmt, doch war es nicht gruselig und man sah wesentlich weniger Quitschies*. Alles erinnerte an ein großes Laien-Theaterspiel. Hier ist noch deutlich Luft nach oben, jedoch muss man auch berücksigitigen, dass sich ein komplett neues Thema einer Veranstaltung erstmal einspielen und mit seinen Aufgaben wachsen muss.


(* Definition: Junge, kreischende, wegrennende Mädels)

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IT´S SHOWTIME! - Der "MISTY VILLE VOODOO CLUB"


In nahezu allen Parks gibt es eine Bühnenshow, doch im Fort Fear hat man sich in diesem Jahr eine neue innovative Idee einfallen lassen. Der Saloon wird zum Voodoo Club und hier spielt sich das komplette Event-Entertainment ab. Am Abend gibt es nicht eine, nicht zwei, sondern gleich 20 Shows. Alle 15 Minuten betritt ein Showact die Bühne und es wird den Gäste ein buntes Programm von Tanz bis Schwertschlucken, von viel nackter Haut bis Akrobatik angeboten.

Das größte Highlight des Saloons, wenn nicht sogar der ganzen Veranstaltung ist jedoch vor dem Voodoo-Club. Die "Nutten-Schubserin" (wie sie sich selbst bezeichnet) besticht durch spielerische Bestleistung und einer vermutlich angeborenen außergewöhnlichen Ausstrahlung. Kleiner Tipp... legt es nicht auf ein Wortgefecht an, ihr werdet definitiv verlieren! Großes Kompliment!



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DAS FAZIT

Es ist neu und man könnte es ein bißchen als Welpenschutz bezeichnen. Stimmen der Besucher im Internet sind nicht gerade zimperlich mit der Kritik. Alles in allem muss man aber sehen, dass hier ein sehr bemühtes Team versuch etwas Neues zu etablieren. Mutig genug, die Kultfigur Jackie Moon verschwinden zu lassen und wie Pressesprecherin Christine Schütte bestätigte, ist es den Verantwortlichen auch nicht leicht gefallen.

Bei der ganzen Veranstaltung ist noch deutlich Luft nach oben und man muss hier in den nächsten Jahren hart und intensiv an der weiteren Gestaltung der Geschichte arbeiten. In einer Sache sind wir aber mit den Kritikern im Web einer Meinung. Das Make-Up der meisten Darsteller hat mit einer professionellen Halloween-Veranstatung nichts zu tun. Man merkt einfach die Ausrichtung eines Familien-Parks, doch ist das für die Horror-Fans natürlich nicht ganz das, was man sucht und erhofft.

Misty Ville Horror Storys sind auf jeden Fall aber ein ausbaufähiges Thema und man sollte nun durchhalten. Hier wächst etwas, da sind wir uns ziemlich sicher. Wir wünschen auf jeden Fall viel Erfolg und sind schon gespannt, wie es 2018 weiter gehen wird...




 
 
 
Quelle: PK Fort Fun, Erfahrungsbericht
Text: CJG Marco
Bilder und Logos: Fort Fun, Coaster Junkies Germany
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