Unfall im Fort Fun

 
09.10.2017


 


Das idyllisch gelegende Abenteuerland Fort Fun im sauerländischen Bestwig erlebte am 07. Oktober 2017 einen rabenschwarten Tag in der Historie. Auf der Rodelbahn "Trapper Slider" gab es einen dramatischen Unfall eines 12-jährigen Jungen.

Eigentlich ein ganz normaler Samstag im Freizeitpark, die Tore öffnen sich und die Besucher strömen zu den Attraktionen. So begann auch der Tag im Fort Fun Abenteuerland und sicherlich auch für die Fußballjugend-Gruppe der D-Jugend. Um 14:30 Uhr veränderte sich dann die fröhliche und ausgelassene Stimmung in totales Entsetzen und Schockzustände.

Was war passiert?
Laut Aussagen von Augenzeugen und der Stellungnahme der Parkmitarbeiter war der 12-jährige Gast auf der Fahrt mit der Sommerrodelbahn "Trapper Slider" mit dem Fuß zwischen das Gefährt und die Schienen gekommen. Dabei wurde ihm der rechte Unterschenkel mittig abgetrennt. Eine furchtbare Situation, die der Trainer offenbar sofort erkannte und dem Jungen zu Hilfe eilte. Sofort waren auch Mitarbeiter des Parks und Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuz vor Ort und leisteten ausgezeichnete erste Hilfe. Der abgetrennte Teil des Beines wurde sofort sicher und kühl gelagert, so dass die Chance auf ein Annähen gewährleistet ist. Schnellstmöglich wurde der Junge dann mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik nach Gelsenkirchen geflogen. Lebensgefahr besteht für ihn nicht. Der genaue Zustand ist allerdings auch noch nicht bekannt.

Die Stellungnahme vom Park erfolgte am selben Abend um 21:17 Uhr via Facebook:
Am heutigen 7. Oktober 2017 um ca. 14:30 Uhr ereignete sich auf unserer Sommerrodelbahn Trapper SLIDER ein tragischer Unfall. Aus bislang noch ungeklärten Gründen geriet der Fuß eines 12-jährigen Jungens während der Fahrt zwischen den Schlitten und die Schienen der Rodelbahn. Dies hatte zur Folge, dass das Bein in der Mitte des Unterschenkels abgetrennt wurde. Die für die Attraktion verantwortlichen Mitarbeiter waren umgehend vor Ort und verständigten sofort das im Park tätige DRK Team sowie den Notarzt, sodass innerhalb von kürzester Zeit Hilfeleistungen erfolgten. Die Rodelbahn wurde außer Betrieb genommen. Das Kind wurde anschließend per Hubschrauber in eine Klinik nach Gelsenkirchen geflogen. Es besteht keine Lebensgefahr. Über den aktuellen Zustand haben wir momentan leider noch keine weiteren Informationen. Der Unfallhergang wird von Polizei und Staatsanwaltschaft zurzeit noch überprüft. Die Staatsanwaltschaft hat den Trapper SLIDER für den Betrieb aber freigegeben. Das Team des Freizeitparks FORT FUN Abenteuerland ist sehr betroffen. Wie all unsere Fahrgeschäfte unterliegt die Rodelbahn Trapper SLIDER strengen Sicherheitsauflagen und wird durch den TÜV regelmäßig kontrolliert. Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gäste stehen bei uns immer an erster Stelle. In Gedanken sind wir bei dem Kind und seinen Eltern.


Zunächst hieß es, dass die beliebte Rodelbahn untersucht und für den Betrieb wieder freigegeben sein solle, doch entschied man sich gestern anders. Die Bahn bleibt für weitere Untersuchungen vorerst geschlossen. Ein Gutachter soll kurzfristig eingesetzt werden und die Kriminalpolizei ermittelt weiter.


Die Rodelbahn "Trapper Slider"
Die Attraktion ist ein Highlight im Fort Fun Abenteuerland und zugleich in ihrer Art und Umgebung ziemlich selten in Deutschland oder Europa zu finden. Es ist sogar die längste Sommerrodelbahn Europas in einem Freizeitpark.

Man wird in seinem Wagen auf den Schienen durch ein Seilzugsystem nach hoch oben auf die sauerländischen Berge gezogen und kann von dort aus durch den Wald fahren. Die Geschwindigkeit kann man über zwei Hebel regulieren. Drück man sie runter, gibt es Speed... zieht man sie zurück, dann bremst man. In teilweise engen Kurven und hügeliger Strecke geht es auf knapp 1300 Metern flott durchs geäst. Die Sicherung erfolgt über einen Anschnallgurt, ähnlich wie beim Auto. Eine Überprüfung des Gurtes und des richtigen Sitz erfolgt kurz vor Beginn der Auffahrt durch einen Mitarbeiter des Parks. Dieser gibt dann die Fahrt frei.




Unsere Einschätzung

Natürlich ist es schwer über die Entfernung und ohne dabei gewesen zu sein eine Einschätzung abzugeben. Wir sind die Rodelbahn schon tausende Male gefahren und sie gehört im Fort Fun definitiv zu unseren Lieblingsattraktionen. Wir wurden in den letzten Stunden sehr häufig gefragt, wie es zu einem solchen Unfall kommen kann und haben uns unsere Gedanken dazu gemacht. Die Wagen sind sehr sicher konzipiert und durch die Anschnallgurte hat man eigentlich keine Möglichkeit zu weit nach vorn oder gar unter den Slider zu gelangen. Man sitzt fest und angeschnallt in der Schale des Sliders.

Wir sind der Meinung, dass es mit einem normalen Fahrverhalten nicht zu einem solchen Unfall kommen kann. Schnallt man sich jedoch ab, besteht in der Tat die Möglichkeit, das Gefährt zu verlassen, aufzustehen und somit auch einen solch grauenhaften Unfall hervorzurufen. Man müsste weit nach vorn rutschen und sich im Prinzip auf den vorderen Teil des Wagens begeben um dann ggf. durch ein Abrutschen mit den Gliedmaßen zwischen Schienen und Slider zu gelangen.

Dies ist lediglich unsere Einschätzung und soll in keinem Fall despektierlich gegenüber dem Jungen, Angehörigen und Beteiligten gemeint sein. Wir versuchen nur eine Erklärung für den fuchtbaren Unfall zu konstruieren.


Die Vergangenheit und vorherige Unfälle
Ausgerechnet im Fort Fun gab es bereits im Juni 2000 einen Unfall. Damals war es jedoch noch eine alte Sommerrodelbahn, die heute nicht mehr existent ist. Zusammengänge sind somit gänzlich ausgeschlossen.

2005 gab es auf einer Sommerrodelbahn in Kärnten gleich zwei Zwischenfälle. Eib 42-jähriger mit seinem 5-jährigen Sohn kippte mit dem Rodelwagen in einer Kurve um und sie erlitten Verbrennungen an den Gliedmaßen und im Gesicht. Ein Fahrfehler sorgte offenbar für das Unglück. Kurze Zeit später wurden ein niederländischer Tourist auf selbiger Bahn in Eberndorf schwer verletzt. Durch einen Bruch in der Bahn blieb der Wagen stecken und das katapultierte den Mann kopfüber auf die Strecke. Er kam mit schweren Kopf und Schulterverletzungen in ein nahegelegenes Krankenhaus.

Auch in Strobl am Wolfgangssee kam es 2012 zu einem Zwischenfall. Bei dieser Bahn fährt man allerdings nicht auf Schienen, sondern in einer Fahrrinne. Der 13-jährige aus Solingen brach sich in einer Kurve den linken Knöchel. Hier sprache die Polizei im Nachgang von einem eindeutigen Fahrfehler.

Furchtbar ging es 2015 auf der Sommerrodelbahn in Kaprun im Salzburger Land aus. Ein 15-jähriges arabisches Mädchen starb. Sie stürzte in einer Kurve aus der "Alpen-Achterbahn-Maisflitzer"etwa einen Meter in die Tiefe. Die Verletzungen waren so schwer, dass sie verstarb. Auch bei dieser Bahn gibt es ein Dreipunkt-Anschnallsystem, wie bei einem Auto und die Staatsanwaltschaft als auch die Polizei bestätigten, dass ein Herausschleudern nur durch vorheriges Abschnallen geschehen kann. Offenbar hat das Mädchen die Fahrt versucht mit dem Handy zu filmen und wurde dadurch vom Fahrgeschehen abgelenkt.

2017 war es noch einmal die Sommerrodelbahn Kaprun, die für Schlagzeilen mit einem Zwischenfall sorgte. Ein unbekannter Fahrer brachten den Rodelwagen auf der Strecke zum stillstand und ein anderer fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf. Eine weitere folgende 50-jährige Frau und ein 19-jähriger Mann konnten ebenfalls nicht mehr rechtzeitig bremsen. Durch den Aufprall erlitt die Frau schwere innere Verletzungen, während die anderen nur leichte Blessuren davon trugen. Der eigentliche Unfallverursacher setzte die Fahrt fort und beging "Fahrerflucht".


Unsere Gedanken sind beim verunglückten Jungen und dem Fort Fun

Der Vorfall hat uns wirklich getroffen! Zum einen, weil ein solch tragischer Zwischenfall einfach furchtbar für alle Beteiligten ist und ein Kind in dem Alter noch so viele Pläne und Ziele hat. Zum anderen, weil einfach auch der Park und die Rodelbahn immer ein Teil der CJG-Geschichte war und wir viele schöne Momente damit verbinden. Wir hoffen von ganzem Herzen, dass dem Jungen bestmöglich geholfen wird und am Ende alles irgendwie noch so positiv wie möglich verläuft. Dem Fort Fun wünschen wir eine schnelle Aufklärung, denn so wie wir die Verantwortlichen kennen, geht es garantiert nicht spurlos an ihnen vorbei. Das Fort Fun ist eine große Familie und auch Parkchef Andreas Sievering ist Familienvater. Kopf hoch... wir denken an euch alle!



 
 
 
Quelle: Webrecherche, Pressemitteilungen, Augenzeugenberichte
Bilder: Fort Fun Abenteuerland
Videos: Theme Park Review/YouTube

 
 
 
 

 

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